Gedanken zur Nacht

Stromab treibet mein Boot welch Schicksal ihm droht?/Um Kiel und Planken Gischtwellen branden./Was ist menschlichen sein?/Unruhevoller Irrlichtschein, unruhevoller Irrlichtschein/und wandern durch trügerisches Gelände./Dem einen ward die Freud' dem and'ren nichts als Leid/und jeder trägt im Herzen das Uhrwerk seiner Zeit./Wenn es stillsteht so nahet Todesstunde./ Stromab treibet mein Boot, welch Schicksal ihm droht,/kann keines von uns Menschenkindern wissen./Erde Himmel und Meer alles muss vergeh'n./Weshalb Menschenseele sollt besteh'n?/Doch süß ist es zu hegen den wunderseel'gen Traum/naht einstmals neuer Frühling und neues Morgenrot/und Auferstehungswinden wehen von den Fjelden./Stromab treibet mein Boot./Eino Leino

Soll man sein Herz bestürmen:"Herz, sprich lauter!"/Da es auf einmal leise mit uns spricht?/Einst sprach es laut zu uns. Das klang vertrauter./Nun flüstert's nur. Und man versteht es nicht.//Was will das Herz? Man denkt: wenn es das wüßte,/dann wär es laut, damit man es versteht./Dann riefe es, bis man ihm folgen müßte!/Was will das Herz, daß es so leise geht?//Das Allerschönste, was sich Kinder wünschen,/das wagt sich kaum aus ihrem Mund hervor./Das Allerschönste, was sich Kinder wünschen,/das flüstern sie der Mutter bloß ins Ohr.//Ist so das Herz, daß es sich schämt zu rufen?/Will es das Schönste haben? Ruft es Nein?/Man soll den Mächten, die das Herz erschufen,/nicht dankbar sein./Erich Kästner






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